Kontakte zwischen Menschen bauen Ängste ab

FOTO: ŠETKA
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REUTLINGEN. Wie kann konkrete Unterstützung von Flüchtlingen aussehen und eine Kultur des Willkommens gestaltet werden? Welche Erfahrungen machen Reutlinger Initiativen vor Ort? Am Freitagabend lud der Juso-Kreisverband Tülay Schmid, den SPD-Experten für Flucht und Asyl, Lars Castellucci und die Reutlinger Schülerin Johanna Schneider zu einer Podiumsdiskussion ins Haus der Jugend, um diese Fragen zu erörtern.


Tülay Schmid gilt als Musterbeispiel der Integration. Natürlich hat sie es heute als Frau von Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid einfacher, aber auch sie musste – vor allem nach ihrem langjährigen Aufenthalt in der Türkei – um ihre Anerkennung kämpfen und erlebte wiederholt Rückschläge. So etwa, als sie noch nicht Schmid mit Nachnamen hieß und versuchte, eine Wohnung zu mieten: »Ich bin zwar hier aufgewachsen, ging aber als 13-Jährige mit meinen Eltern zurück in die Türkei und erlebte erst nach meiner Rückkehr nach Deutschland, was es heißt, einen Migrationshintergrund zu haben«, berichtet die in Deutschland geborene Juristin, deren türkisches Abi hier nicht anerkannt wurde.


Sorge um aufgeheizte Diskussion


Heute macht sich die Tochter einer Gastarbeiterfamilie ebenso wie ihre Gesprächspartner Sorgen um die aufgeheizte Flüchtlingsdiskussion und die derzeitige Verunsicherung vieler Bürger. Dabei sei Deutschland doch »ein wunderbares Einwanderungsland«, was nicht zuletzt an der außergewöhnlichen Arbeit abzulesen sei, die zahllose Ehrenamtliche leisteten, meint Tülay Schmid.


Auch in Reutlingen, wie Johanna Schneider zu berichten weiß. Die Schülerin der Theodor-Heuss-Schule hat sich mit Schülern von anderen Gymnasien zusammengetan, um vor Ort Deutschunterricht zu geben, mit den Flüchtlingen gemeinsame Ausflüge zu unternehmen, die Kleidersammlung aufzusuchen oder sie zum Arzt zu begleiten. Sie setzt mehrmals in der Woche in die Tat um, für das der SPD-Bundesabgeordnete Lars Castellucci in seinen Ausführungen wirbt: Bürgerbeteiligung und Begegnung mit Flüchtlingen. Es sei doch auffällig, dass gerade die Leute, die keinerlei Kontakte zu Flüchtlingen hätten, auch die meisten Ängste entwickelten, sind sich Tülay Schmid und Lars Castellucci einig: »Wenn wir es schaffen, unsere Ängste in den Griff zu bekommen, kann Integration und die viel zitierte Willkommenskultur gelingen«, ist Schmid überzeugt.


Natürlich tauchten auch bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen immer wieder Probleme auf, berichtet Johanna Schneider. Einmal habe sie sich etwas bedrängt gefühlt, als plötzlich 40 Männer um sie herumstanden, weil alle was von ihr wissen wollten: »Dabei hatte niemand von denen was Schlechtes im Sinn«, sagt die Schülerin. Auch sei die Unterbringung von 120 Asylbewerbern in der Theodor-Heuss-Sporthalle nicht nur deshalb problematisch, weil für die Schüler derzeit nur eingeschränkt Sportbetrieb angeboten würde, sondern vor allem, weil es dort wegen des schwierigen Umfelds immer wieder zu Streitereien unter den Flüchtlingen komme: »Man sollte dort jemanden haben, der notfalls einschreiten kann«, fordert sie. Auch fehle es an psychologischer Betreuung und es sei nicht immer einfach, sich als Frau den nötigen Respekt zu verschaffen: »Mir ist aber noch nichts Schlimmes passiert«, bestätigt Johanna Schneider auf Nachfrage, »und auch an unserer Schule ist die Stimmung noch längst nicht gekippt«.


Mehr Sozialarbeiter


Fazit der von Ronja Nothofer, Vorsitzende des Juso-Kreisverbands, moderierten Diskussionsrunde: Neben Castelluccis Forderung nach einer schnelleren Bearbeitung von Asylanträgen und der Einstellung von mehr Sozialarbeitern und Deutschlehrern sind Kontakte und Begegnungen zu Flüchtlingen der Schlüssel zum besseren Verständnis: »Man muss nicht alles über den Fremden wissen oder verstehen«, meint Tülay Schmid, »viel wichtiger ist das aufeinander Zugehen, die Kontakte zu Flüchtlingen und die damit verbundene Vertrauensbildung.« (GEA)


Mit freundlicher Genehmigung vom Reutlinger General-Anzeiger

Jusos demonstrieren gegen den AfD-Neujahrsempfang

Vergangenen Freitag bekamen wir Jusos Reutlingen bei der Kundgebung gegen den AfD Neujahrsempfang Unterstützung u.a. von den Jusos Tübingen, dem Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler und der Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke . Wir wollen eine Welt, ein Staat auf ein Land ohne Rassismus und Hetze. Deshalb geben wir der AfD keine Chance und entlarven die Nazis im Schafspelz! ‪#‎keinfussbreitdennazis‬ ‪#‎nazisraus‬ ‪#‎spd‬‪#‎bwleben‬

Auch am 10.3. rufen wir wieder zu einer Kundgebung gegen den Auftritt von Frauke Petry in der Stadthalle Reutlingen auf! ‪#‎GibNazisKeineChance‬ !!!

Frank-Walter Steinmeier zu Gast bei uns in Reutlingen

Der Landtagswahlkampf nimmt Fahrt auf: Nach Terminen in Stuttgart am Sonntag besuchte SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Montagvormittag auch geladene Genossen in Reutlingen.

 

Der Ort der Begegnung war mit Bedacht gewählt: Das „En Ville“, die Vinothek da Alfredo in der Oberamteistraße, blickt auf über ein Vierteljahrhundert als Treffpunkt politischer Insider zurück. Legendär der von Reutlingens Ex-Landesminister Hermann Schaufler mitbegründete Stammtisch mittlerweile ergrauter Eminenzen, an dem so manche Strippen gezogen wurden. Selbst leibhaftige (Ex)-Bundesminister sind in dem Feinschmecker-Treff keine Seltenheit, berichtet Inhaber Alfredo Leocata stolz und spielt auf dem Smartphone ein Video ab, in dem SPD-Grande Peer Steinbrück im April vor Ort Grüße an Schaufler ausrichten lässt.

Gut 50 geladene Sozialdemokraten aus der Region, darunter die Bürgermeister Elmar Rebmann aus Bad Urach und Alexander Schweizer aus Eningen, drängten sich gestern Vormittag im überschaubaren Gastraum zwischen Tresen und Fingerfood-Buffet und begrüßten die mit 20 Minuten Verspätung eintreffende Politprominenz mit Applaus. Der Chefdiplomat hatte den frühlingshaften Tag – übernachtet hatte er mit seinem Tross auf der Achalm – zu einem ungehinderten, nur von wenig Personal begleiteten Gang durch die Fußgängerzone an der Seite des Reutlinger SPD-Landtagsabgeordneten Nils Schmid genutzt.

MdL-Kollege Klaus Käppeler aus dem Wahlkreis 61 hatte die beiden Spaziergänger vor dem Lokal in Empfang genommen und zuvor den wartenden Journalisten von einem „Dilemma“ berichtet. Zum Gea-Wahlpodium – Dienstag, 23. Februar, 19 Uhr, in der Brühlhalle in Undingen und Montag, 29. Februar, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Reutlingen – wurden nicht nur die vier im Landtag vertretenen Parteien und die im Bundestag sitzende Linke eingeladen, sondern angesichts des sich abzeichnenden zweistelligen Wahlergebnisses auch die AfD.

Die Debatte mit dieser „NPD im Schafspelz“, die eine „völkische Ideologie“ verbreite mit „durchgeknallter Argumentation“, so die deutliche Einschätzung der SPD-Basis, wird Nils Schmid als Landesvorsitzender erklärtermaßen nicht führen, betonte der Reutlinger auch gestern wieder auf Nachfrage.

Die Landespartei überlässt es aber den Abgeordneten, sich frei zu entscheiden. Dem Zwiefalter Käppeler hat sein Wahlkampfteam geraten, sich der Diskussion zu stellen. „Vermutlich werde ich mich dem nicht entziehen“, verriet er gestern.

„Wir haben einen harten Wahlkampf vor uns“, stimmte drinnen Nils Schmid die Freunde der Partei im Umfragetief ein. Wie auf dem Parteitag stellte er die Leistung des „starken Regierungsteams der SPD“ heraus: „Wir können stolz auf das Erreichte sein und müssen in den letzten sechs Wochen das auch herausarbeiten“, gab er den Weg vor.

Der gebürtige Detmolder (Ostwestfalen-Lippe) Steinmeier, vor wenigen Tagen 60 geworden, gestand, dass er gerne in den Südwesten komme „wegen der kulinarischen Köstlichkeiten“. Und er verstehe die Stimmungslage der Genossen, die „mit der Situation nicht zufrieden sein können“ – Ähnliches habe er in Bonn auch schon gehabt.

Der Polit-Profi beklagte, dass es aktuell „keinen echten Wettbewerb der Themen“ gebe, sondern „nur ein vorherrschendes“. Dabei müssen „wir aber Vor- und Nachteile der Grenzschließung abwägen“, widersprach er dem Koalitionspartner. Die Wirtschaft im Land würde schnell die Konsequenzen spüren. Es gelte, nun „das ganze Bündel von Maßnahmen durchzusetzen inklusive Verschärfung des Sexualstrafrechts“, die Außengrenzen Europas zu schützen und mit der Türkei ein Paket zu vereinbaren, damit „die Flüchtlinge in der Nachbarschaft Syriens bleiben können“. Drei Milliarden Euro stelle man dafür zur Verfügung. „Wir machen national, was geht“, darüber hinaus müssen europäische Lösungen her.

Und Steinmeier lobte die SPD in Bund und Land: „Wir haben in vielen Themenfeldern geliefert!“ Deshalb riet er, „die Umfragen mal beiseite zu lassen und selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen“. „Glück auf“, schloss er und widmete sich dem Dialog mit den Gästen. Die waren ob der Nähe geschmeichelt und suchten rege das Gespräch. Denn das sollte die Begegnung mit Mitarbeitern und Wahlkämpfern: „die Leute anspornen, motivieren und Mut machen“, erklärte Schmid.

„Neuigkeiten“ machte deshalb auch Helmar Ulbricht, 80-jähriger Parteigenosse aus Eningen, am Ende nicht aus, „doch es war nett, dass man bei sowas mal dabei war“.


(Quelle: Reutlinger Nachrichten, SWP, 25.01.16 www.swp.de/reutlingen/lokales/reutlingen/Steinmaier-Lasst-die-Umfragen-mal-beiseite;art1158528,3648238)

Pressemitteilung zur morgigen Abstimmung der Skateranlage im Reutlinger Stadtrat

Nachdem die Situation in den letzten Tagen rund um den Bau der Skateranlage für viel Unverständnis bei den Reutlinger Jugendlichen gesorgt hatte, befassen sich die Jusos nun auch ganz konkret mit dem Thema. „Wir wünschen uns eine Stadt, die Jugendlichen auch Platz im öffentlichen Raum zugesteht.“, so die Juso Vorsitzende Ronja Nothofer. „Für uns stellt sich die Frage, warum die Fraktionen aus CDU und WIR sich massiv gegen dieses Vorhaben formieren. Doch diese Vorgehensweise zeigt eindeutig, dass bei den genannten Fraktionen die Wichtigkeit des Themas junge Menschen in unserer Stadt noch nicht angekommen ist“, heißt es in der Presseerklärung weiter. In die Planung wurden die Jugendlichen mit ihren Wünschen einbezogen, umso unbefriedigender nun ist, dass das Projekt vor dem GR zu scheitern droht. Am morgigen Donnerstag wird der Gemeinderat über den Neubau der Skateranlage im Bereich der Stadthalle beraten. Die SPD Fraktion wird geschlossen für den Antrag stimmen. "Ich würde mich freuen, wenn morgen viele junge Menschen zur Gemeinderatssitzung im Rathaus vorbeikommen und für eine Gesellschaft Farbe bekennen, in der junge Menschen auch im öffentlichen Raum ihren Platz haben dürfen“, so der Reutlinger Juso Mert Akkeçeli.

Jusos Reutlingen diskutierten über aktuelle politische Themen

In der letzten öffentlichen Sitzung am Donnerstag diskutierten wir Jusos über das Thema: "Einwanderungspolitik" und beschäftigten uns auch mit den Fragen u.a. was es braucht, um in Deutschland einwandern zu dürfen, welche Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen in der Europäischen Union und wie wir Deutschland als Einwanderungsland in der Europäischen Union und in Europa noch attraktiver machen können. Auch berieten wir über Vorschläge, was wir Jusos aktiv machen können.


Nach einer ausufernden Diskussion bot sich uns die Gelegenheit und lernten den Bundestagsabgeordneten Martin Rosemann kennen und diskutierten über verschiedene aktuelle wichtige politische Themen auf Bundesebene.

Alte und neue Gesichter im Kreisvorstand

Reutlingen. Die Jahreshauptversammlung des Juso-Kreisverbandes erfreute sich in diesem Jahr einer regen Teilnahme mit bekannten und neuen, älteren und sehr jungen Gesichtern. Zunächst berichtete Ronja Nothofer, alte und neue Vorsitzende, aus dem zurückliegenden Arbeitsjahr. Die Beteiligung der Jusos am Wahlkampf der Kommunal- und Europawahlen war wichtig und so ist es sehr erfreulich, dass im Landkreis einige Juso-Mitglieder in die Kommunalparlamente gewählt wurden. Auch außerhalb des Wahlkampfes konnten die Jusos Reutlingen ihr Profil stärken. Die Gründung von Arbeitskreisen, die Planung und Durchführung von Veranstaltungen und das öffentliche Engagement beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit ist zu nennen. „Die Jusos Reutlingen können stolz auf ihre vielfältige und intensive Arbeit sein“, so der Dank des anwesenden Juso-Landesvorsitzenden Markus Herrera Torrez. Die Aktivität des Kreisverbandes sei in den letzten Monaten beispielgebend, besonders deshalb, weil aktuelle und gesellschaftlich wichtige Themen angegangen werden und die Jusos mit ihren Aktionen im Landkreis sehr präsent sind. Zur Wahl als Vorsitzende stellte sich die Studierende Ronja Nothofer auf, die in ihrem Amt bestätigt wurde. Damit steht weiterhin eine junge und engagierte Frau an der Spitze der Reutlinger Jusos. Als neuer stellvertretender Vorsitzender folgt Manuel Möhler aus Pfullingen auf Benjamin Mück. Den Kassenvorsitz behält Oguz Bektas, Student. Das Amt der Medienreferentin wird erneut mit der Sozialarbeiterin Katharina Härtter besetzt. Als Beisitzer konnten mit den Schülern Carlos Silverio, Münsingen, und Maximilian Abdallah Keller, Reutlingen, zwei junge und engagierte Vorstandsmitglieder gewonnen werden. Besonders freut es den stellvertretenden Vorsitzenden, Manuel Möhler, dass die Mitglieder des Vorstandes nun den ganzen Landkreis widerspiegeln. Ronja Nothofer, die bereits im September zur Landesausschusspräsidin der Jusos Baden-Württemberg gewählt wurde, strebt nun auch ein Amt auf Bundesebene an. Am kommenden Wochenende wird die 22-jährige auf der Landesdelegiertenkonferenz als Bundesausschussdelegierte kandidieren. "Ich freue mich über die Chance, auf kommunaler, Landes- und Bundesebene politische Einblicke zu bekommen. Mir macht es großen Spaß, für die Jusos aktiv zu sein und ich bin gespannt welche Möglichkeiten die Bundespolitik mitzugestalten sich im Falle meiner Wahl auftun", so Ronja Nothofer

Statement zur Vorratsdatenspeicherung

Wie viele andere Mitglieder der SPD- Parteibasis stehen auch die JUSOS Reutlingen nicht hinter der Entscheidung, die Vorratsdatenspeicherung entgegen aller Argumente und den Willen unserer Wählerschaft mit Gewalt einzuführen. Unser Parteivorsitzender scheint sich nicht im Klaren darüber zu sein, dass er mit dieser Linie, die keineswegs sozialdemokratisch geprägt ist, einen erheblichen Imageschaden der SPD verursacht und Bemühungen anderer Genossen, diesen Schaden abzuwenden, zunichtemacht. Da die Würfel nun schon gefallen sind, werden sich die JUSOS Reutlingen und die Basis als Gesamtes dafür einsetzen, dass eventuell aufkommende Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung nicht verschwiegen werden. Sie gelten uns als Argument dafür, dass die Entscheidung revidiert werden muss. Wir sind voller Hoffnung, in Berlin werde mit der Zeit auch ohne dieses Zutun Einsicht einkehren. Wie das Beispiel Frankreich einleuchtend zeigt, ist die VDS lediglich eine teure Angelegenheit, welche im Verhältnis auf sämtlichen Ebenen ineffizient ist.

Der Terrorismus darf sein Ziel, vermeintlichen Feinden derart Angst einzujagen, dass die Freiheit zugunsten einer „Schein-Sicherheit“ nach und nach weichen muss, nicht erreichen. Dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein und hoffen dabei weiterhin auf das Vertrauen unserer Wähler.

Juso-Kreisvorstand: Der 1. Mai – Gemeinsam stark für eine solidarische Arbeitswelt!

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, rufen Gewerkschaften und politische Verbände auch 2015 wieder zu Demonstrationszügen und Kundgebungen auf. Auch die Jusos im Kreisverband Reutlingen beteiligen sich an Aktionen vor Ort. „Es ist wichtig, dass möglichst viele, gerade auch junge Menschen für gute Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung, auch für junge Menschen, auf die Straße gehen“, so die Vorsitzende der Reutlinger Jusos, Ronja Nothofer. „Wir Jusos stehen den Kolleginnen und Kollegen zur Seite.“

„Das Jahr 2015 ist für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein besonders gutes“, erklärt Manuel Möhler, stellv. Kreisvorsitzender der Jusos, „denn der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn führt zu mehr Geld in der Tasche vieler Menschen. Dennoch müssen wir weiterhin gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen von den Gewerkschaften gegen prekäre Beschäftigung und schlechte Bezahlung kämpfen.“ Auch andere im Koalitionsvertrag festgeschriebene Maßnahmen, wie die Vereinfachung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen, müssen daher noch umgesetzt sowie sinnvolle Verbesserungen in der Arbeitspolitik angegangen werden.

„Gerade junge Menschen erhalten nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oft nur einen befristeten Vertrag. Wir fordern die sachgrundlose Befristung abzuschaffen“, so Manuel Möhler. „Die Sozialpartnerschaft ist eine große Errungenschaft und am 1. Mai wird – wie jedes Jahr erneut – sichtbar, dass viele Menschen dafür einstehen und für Verbesserungen in ihrem und im Leben anderer eintreten.“, so Ronja Nothofer abschließend.

Stellungnahme des Juso Kreisverbandes Reutlingen zum Thema „TTIP“

Grundsätzlich befürwortet der Juso Kreisverband die Überlegungen eines Freihandelsabkommens mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Chancen eines freien Handels sind in unserer globalisierten Welt eine große Chance, nicht nur für die Wirtschaftsunternehmen eines Landes.


Wir kritisieren an den bisherigen Verhandlungen...


...die Intransparenz: Wir fordern einen transparenten, öffentlichen und nachvollziehbaren Verhandlungsprozess. Durch die momentane Vorgehensweise fehlt den Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche Grundlage zur Diskussion der Thematik allgemein und den konkreten Inhalten. Es wird den Chancen eines solchen Abkommens nicht gerecht, wenn nur Bruchstücke der verhandelten Inhalte an die Öffentlichkeit kommen und diese zurecht Misstrauen hervorrufen.


...die Schiedsgerichte: Wir fordern, dass den Schiedsgerichten lediglich eine beratende und mediierende/schlichtende Funktion zukommt. Eine Rechtsprechung zwischen Vertragsstaaten und den Wirtschaftsunternehmen muss ausschließlich ordentlichen Gerichten obliegen, um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren.


… die fehlende Diskussion, um die Wahrung bestehender europäischer Standards: Wir fordern, dass das Vorsorgeprinzip gewahrt wird. Des Weiteren darf das Freihandelsabkommen europäische Qualitäts-, Produktions- und Umweltstandards nicht in Frage stellen. Diese müssen einem besonderen Schutz unterlegt werden. Auch muss gewährleistet werden, dass geschützte Herkunftsbezeichnungen gewahrt werden. Darüber hinaus stehen wir für eine klare Kennzeichnung von Waren, insbesondere Lebensmitteln, bezüglich deren Produktion und Inhaltsstoffe.


Wir, die Jusos im Kreisverband Reutlingen, fordern eine kritisch, sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema „TTIP“. Dies erfordert jedoch, dass die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Sachstand der Verhandlungen regelmäßig informiert werden, dass auch eine angemessene sachliche Diskussion und Meinungsbildung überhaupt erst möglich wird.

Abgeordnetenfahrt nach Berlin

Letzte Woche waren einige von uns zusammen mit JugendgemeinderätInnen und Jugendvertretern aus den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb auf Einladung von MdB Dr. Martin Rosemann in Berlin. Wir erhielten Einblicke in den politischen Tagesablauf in der Hauptstadt durch Besuche des Bundestages, des Auswärtigen Amtes und der Landesvertretung Baden-Württemberges. Außerdem besuchten wir wichtige Orte der deutschen Geschichte: das ehemalige Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen und den Bendlerblock mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Vielen Dank an Martin Rosemann für die spannenden Tage in Berlin! (bm) Bilder: Frederik Strelczuk, Eva Hummel

Ronja Nothofer in das LA-Präsidium gewählt!

Unsere Vorsitzende Ronja Nothofer wurde auf dem Landessauschuss in Böblingen in das LA-Präsidium gewählt!

Früh aufstehen für eine saubere Stadt

Reutlingen. Es wird viel gefeiert in Reutlingen - in den Bars, Kneipen und Diskos. Doch um so wärmer die Jahreszeit, um so mehr hält sich das Party-Volk auch im Freien auf. Das Ergebnis: Nicht nur gute Laune, sondern auch viele leere Flaschen, viel Müll am nächsten Morgen. Die Reutlinger Jusos (Jugendorganisation der SPD) haben es sich deshalb am vergangenen Sonntagvormittag zur Aufgabe gemacht, in der Innenstadt Müll zu sammeln. „Wir wollen uns für die junge Generation in Reutlingen einsetzen. Dazu gehört aber auch, dass wir Verantwortung für unsere Stadt übernehmen. Und diese Verantwortung sollte keine Grenzen kennen, auch nicht an einem frühen Sonntagvormittag“, erläutert die Kreisvorsitzende der Jusos und Gemeinderatskandidatin Ronja Nothofer schmunzelnd die Aktion. Die Idee dahinter: Aufmerksam machen auf eine Müllproblematik, die eigentlich kaum zu übersehen ist. Allerdings setzen sich die Reutlinger Jusos auch für ein buntes Nachtleben und mehr Platz für Jugendliche ein. Doch diese beiden Themen gehen für die Jugendorganisation der SPD Hand in Hand. Zu einer Wohlfühl-Atmosphäre in der Innenstadt gehört beides, weiß Mert Akkeçeli. Er kandidiert in Reutlingen für den Gemeinderat, will sich für Jugendliche in Reutlingen einsetzen. „Damit sich jeder wohlfühlen kann, brauchen wir eine saubere Innenstadt. Ich finde es wichtig, dass mehr Rücksicht genommen wird. Das schließt ja nicht aus, dass wir Jugendliche trotzdem feiern gehen. Unsere Aktion heute soll das zeigen.“ Und gefunden wurde so allerhand. Zahnbürsten, Gürtel, Sektflaschen, Pizzakartons, Q-Tips und Kartoffeln sind nur eine kleine Auswahl. „Schon verrückt, was die Menschen so alles auf den Boden schmeißen. Das geht schon längst über Partyreste hinaus.“, so die Kreisvorsitzende der Jusos. Den meisten Abfall gab es rund um die Pomologie einzusammeln, aber auch in den Nebengassen der Wilhelmstraße fanden die Jusos einiges an Müll. Deutlich wurde, dass es in vielen Bereichen der Innenstadt an Mülleimern fehlt. Und vieles passt nicht hinein: Wer schon einmal probiert hat, einen Pizzakarton durch die schmale Öffnung der Mülleimer zu bekommen, weiß, was gemeint ist. Das Ergebnis nach bereits zwei Stunden waren zwei prall gefüllte Müllsäcke und einige neue Erkenntnisse, wie sie Ronja Nothofer schilderte: „Schon mit kleinen Abfällen trägt man zu diesem Problem bei. Daher finde ich, dass zu einer lebendigen Innenstadt auch eine gewisse Fairness und Rücksichtnahme gehören – und zwar von jedem von uns.“